Monatsarchiv für Februar 2009

 
 

Covey, Branden, Greenspan nach Clustern

Hier eine Gegenüberstellung der Tugendsysteme der drei Autoren nach den drei unten beschriebenen Verhaltensclustern regruppiert:

COVEY

I.
Erst Hinhören
Achtung demonstrieren
Transparenz schaffen
Vertrauen ausweiten
Tatsachengetreue Rede
Loyalität zeigen
Verpflichtungen einhalten
Unrecht korrigieren

II.
Realität konfrontieren

III.
Erwartungen klären
Verantwortlichkeit praktizieren
Resultate liefern
Besser werden

BRANDEN

I.
Persönliche Integrität

II.
Bewusst leben

III.
Zielgerichtet leben
Eigenverantwortlich leben
Sich selbst annehmen
Sich selbstsicher behaupten

GREENSPAN

I.
Emotionale Bandbreite
Beziehungsfähigkeit
Moralische Integrität
Empathie
Kommunikationsvermögen

II.
Neugier
Kreativität und Phantasie
Logisches Denken

III.
Innere Disziplin
Selbstbewusstsein

Jeder Autor differenziert seine Tugenden je nach persönlicher Vorliebe bzw. Kenntnis in den drei Clustern unterschiedlich. Covey ist am stärksten in Cluster I (Wohlwollen) vertreten, Greenspan ist gut in Cluster II (Kognitive Kompetenz) und Brandens Stärke liegt in Cluster III (Zuverlässigkeit). Sie ergänzen sich gut, benötigen jedoch eine einheitliche Terminologie, die die Prioritäten klar werden lässt und idealerweise an die traditionellen Tugenden anknüpft.

Worauf es ankommt

Waren Buffett bezeichnete einmal Integrität, Intelligenz und Energie als die wichtigsten Auswahlkriterien für Manager.

Covey nennt Charakter und Kompetenz als wichtige Kategorien. Auf den Punkt gebracht, und unter Berücksichtigung von Greens Formel, kann man sagen, dass für den Vertauensuafbau drei Verhaltenscluster von essenzieller Bedeutung sind:

I. Wohlwollen (was Covey “Charakter” nennt),

II. Kognitive Kompetenz (”Intelligenz” laut Buffet) und

III. Zuverlässigkeit (der tiefere Sinn von “Energie”).

Nach dieser Einteilung lassen sich viele moderne Tugendsysteme kategorisieren, von denen die von Nathaniel Branden und Stanley Greenspan die bedeutendsten sind.

Zur Veranschaulichung eine Grafik:

Die Struktur des Vertrauens

 

Wir leben in einer Krise des Vertrauens, die ganze Volkswirtschaften mit sich in den Abgrund zieht.

 

In die gegenwärtige Zeit passen zwei Veröffentlichungen, die das Phänomen „Vertrauen“ zu analysieren versuchen. Da wäre einmal The Trusted Advisor von Charles H. Green (2001) und Schnelligkeit durch Vertrauen von Steven M. R. Covey (2006), dem sich dieser Blog widmet.

 

Beide Autoren gehen das Vertrauen auf persönlicher Ebene (bei Covey „Selbst-Vertrauen“) recht ähnlich an, und beide stellen Formeln auf, die das Ganze entmystifizieren. Green, der zuerst veröffentlicht hat, definiert Vertrauenswürdigkeit als Glaubwürdigkeit + Zuverlässigkeit + Intimität dividiert durch Selbstorientierung (trustworthiness = credibility + reliability + intimacy / self-orientation).

 

Covey spricht auf dieser Ebene („Wave“) von den vier Kernen der Glaubwürdigkeit und stellt, aus der Perspektive des Rezipienten, vier damit korrespondierende Fragen: Kern 1 – Integrität, Sind Sie kongruent?; Kern 2 – Absicht, Was ist Ihre Agenda?; Kern 3 – Fähigkeiten, Sie sind relevant?; und Kern 4 – Ergebnisse, Was ist Ihre Erfolgsbilanz?

 

Mit Ausnahme seiner Aufnahme von Integrität in die Gleichung, behandelt Covey damit ein ähnliches Gebiet wie Green. Dabei ist er praxisrelevanter als Green, da die Formel durch 13 konkrete Verhaltensweisen angereichert ist, die im Alltag eine Richtschnur zur Lösung kommunikationsspezifischer Probleme zur Verfügung stellen. Covey unterteilt diese in drei Gruppen, Charakter, Kompetenz und eine Mischkategorie aus den beiden vorgenannten. Coveys wichtigste Aussage besteht darin, dass er überzeugend darlegt, dass sich vertrauenswürdiges Verhalten für Unternehmen tatsächlich rechnet: Zahlen Sie keine Vertrauenssteuer mehr, sondern verdienen Sie in Zukunft eine Vertrauensdividende.

 

Buchzusammenfassung auf Video


Book Summary: “Speed Of Trust” By Stephen Covey - The best bloopers are a click away