Archiv der Kategorie ‘Kern 3 – Fähigkeiten‘

 
 

Zwei Wege, ein Ziel?

Es kristallisiert sich immer deutlicher ein neuer Konflikt heraus, der so neu nicht ist. Nachdem der künstlich aufrechterhaltene Rechts-/Links-Gegensatz in einer immer individualistischeren Welt an Trennschärfe und Bedeutung verliert, recken seine Urheber wieder einmal ihr unansehnliches Haupt empor. Und es geht ihnen immer noch nur um das eine: die Wissenschaftskultur mundtot zu machen. Der wirkliche Konflikt der die Menschheit spaltet und schon immer spaltete ist der zwischen Wissenschaft und (von allerlei Kirchen und Kulten propagiertem) Mystizismus. Was hat das nun mit der Schnelligkeit durch Vertrauen zu tun? Ganz einfach: es geht um eine grundlegende Entscheidung, und zwar die, welchem (strategischen) Wert man im gemeinsamen Miteinander Priorität einräumt. Intelligenz oder (unbedingtes) Wohlwollen. Ich meine zwar keinen unüberbrückbaren Gegensatz zu sehen, aber es sind durchaus Situationen denkbar, in denen jemand zu einer “exklusiven” Entscheidung gezwungen wird. Denn so sehr es sich die Gutmenschen auch wünschen, Wissenschaft und (per definitionem mystizistische) Religion sind in ihren Kernaussagen einander ausschließende Optionen. Wie ist es also beim “Charakter”? Was geht für Sie vor, wenn Sie ein Fundamentalist mit seinen “Wahrheiten” konfrontiert? Es sind hier wirklich zwei Kulturen in einen Kampf verwickelt, einen, der sich durch alle Berufsgruppen und scheinbar durch alle Staatsgebilde zu ziehen scheint. “Scheint” sage ich deshalb, weil es wie im Kalten Krieg nach geographischen Linien verlaufende Blockbildungen mit entsprechenden Mehrheitsverhältnissen in der Bevölkerung gibt. Beide Kulturen, die der Wissenschaft und die des Mystizismus, halten für ihre jeweiligen Zielgruppen Versprechen bereit, die auf der Oberfläche ähnlich erscheinen. Wer seinem Intellekt Vorrang gibt, kann als positives Resultat Zufriedenheit erwarten — aber auch nicht viel mehr. Dahingegen versprechen die Religionen wahre Glückseligkeit, die ich aber von Natur aus für volatil halte. Der “einzige Preis” den man dafür zahlen muss ist der, sein Urteilsvermögen an eine Priesterklasse abzugeben.  Und es stellt sich die Frage, wer sich davon angesprochen fühlt und ob diese Menschengruppe tatsächlich in der Lage ist, objektive Werte durch Produktion und Handel zu erwerben. Und Sie können sich bereits denken, was die Alternative zu diesen Erwerbsmodi sind: schlicht und einfach Raub, d.h. Gewaltanwendung oder -Androhung direkter oder indirekter (staatlicher) Art. So werden zwei Abscheulichkeiten miteinander verbunden: physische Aggression und dreiste Lüge.

Glück mit Kompetenz

Zielführende Verhaltensweisen für nachhaltige Zufriedenheit

 

Hier mein Alternativvorschlag zu Covey, Branden und Greenspan…

 

I.         a. Auswählbares Rollen-Modell: „Mitmensch“ (Ren)

            b. Ziel: Tadellose Verkörperung seiner sechs essenziellen Eigenschaften

1.      Aufmerksamkeit

2.      Achtung

3.      Einfühlungsvermögen

4.      Einigungsbereitschaft

5.      Hilfsbereitschaft

6.      Gerechtigkeit

c. Erwiesene Kompetenz im Bereich:     Gemeinschaftsfähigkeit [ethos]

 

II.          a. Auswählbares Rollen-Modell: „Lerner“ (Zhi)

b. Ziel: Tadellose Verkörperung seiner sechs essenziellen Eigenschaften

1.      Lerneifer

2.      Unabhängigkeit

3.      Kontextbeachtung & Weitblick

4.      Kreativität

5.      Genauigkeit

6.      Logik

c. Erwiesene Kompetenz im Bereich:     Kognitive Kompetenz [logos]

 

III.        a. Auswählbares Rollen-Modell: „Wertschöpfer“ (Xin)

b. Ziel: Tadellose Verkörperung seiner sechs essenziellen Eigenschaften

1.      Strategischer Ehrgeiz

2.      Zielbewusstheit

3.      Vorausschau

4.      Eigenverantwortlichkeit

5.      Beharrlichkeit

6.      Selbstsicherheit

c. Erwiesene Kompetenz im Bereich:     Stärke [téchne]

 

Die Struktur des Vertrauens

 

Wir leben in einer Krise des Vertrauens, die ganze Volkswirtschaften mit sich in den Abgrund zieht.

 

In die gegenwärtige Zeit passen zwei Veröffentlichungen, die das Phänomen „Vertrauen“ zu analysieren versuchen. Da wäre einmal The Trusted Advisor von Charles H. Green (2001) und Schnelligkeit durch Vertrauen von Steven M. R. Covey (2006), dem sich dieser Blog widmet.

 

Beide Autoren gehen das Vertrauen auf persönlicher Ebene (bei Covey „Selbst-Vertrauen“) recht ähnlich an, und beide stellen Formeln auf, die das Ganze entmystifizieren. Green, der zuerst veröffentlicht hat, definiert Vertrauenswürdigkeit als Glaubwürdigkeit + Zuverlässigkeit + Intimität dividiert durch Selbstorientierung (trustworthiness = credibility + reliability + intimacy / self-orientation).

 

Covey spricht auf dieser Ebene („Wave“) von den vier Kernen der Glaubwürdigkeit und stellt, aus der Perspektive des Rezipienten, vier damit korrespondierende Fragen: Kern 1 – Integrität, Sind Sie kongruent?; Kern 2 – Absicht, Was ist Ihre Agenda?; Kern 3 – Fähigkeiten, Sie sind relevant?; und Kern 4 – Ergebnisse, Was ist Ihre Erfolgsbilanz?

 

Mit Ausnahme seiner Aufnahme von Integrität in die Gleichung, behandelt Covey damit ein ähnliches Gebiet wie Green. Dabei ist er praxisrelevanter als Green, da die Formel durch 13 konkrete Verhaltensweisen angereichert ist, die im Alltag eine Richtschnur zur Lösung kommunikationsspezifischer Probleme zur Verfügung stellen. Covey unterteilt diese in drei Gruppen, Charakter, Kompetenz und eine Mischkategorie aus den beiden vorgenannten. Coveys wichtigste Aussage besteht darin, dass er überzeugend darlegt, dass sich vertrauenswürdiges Verhalten für Unternehmen tatsächlich rechnet: Zahlen Sie keine Vertrauenssteuer mehr, sondern verdienen Sie in Zukunft eine Vertrauensdividende.